PRIMETIME
Frisch gepresst

Wie die Zeitung entsteht
Schon ab 16 Uhr lesen, was erst am nächsten Morgen am Kiosk ausliegen wird - das ist nicht nur via Internet möglich, sondern auch in der Business Class von Lufthansa: Mit PRIMETIME wird den Fluggästen hier wohl die schnellste Tageszeitung Deutschlands geboten.
„Geschafft!“, sagt Hans-Jörg Heims, während er die Titelseite der PRIMETIME mit einem Tastendruck abschickt. Geschafft, aber eigentlich zu spät. Denn es ist bereits 13.48 Uhr, und der Redaktionsschluss war für 13.45 Uhr geplant. „Das sollte uns nicht passieren“, meint Heims selbstkritisch. Er ist der für das Blatt verantwortliche Redakteur.
Bei PRIMETIME kommt es schließlich auf jede Minute an. Seit Jahresbeginn wird die Zeitung exklusiv an Bord von Lufthansa verteilt – ab 16 Uhr an viele
Business Class Reisende auf Verbindungen innerhalb Deutschlands. „So bieten wir unseren Fluggästen ein aktuelles News-Update“, sagt Uwe Hauke, Leiter Bordservice bei Lufthansa, „sie lesen schon am Nachmittag, was sonst erst am nächsten Morgen in der Zeitung steht.“ Auf den zwölf bis 16 Seiten wird über Politik und Wirtschaft berichtet, daneben ist auch Platz für Themen aus Sport und Kultur, Klatsch und Lifestyle. Journalistische Qualität garantiert der Süddeutsche Verlag, der unter anderem die renommierte Süddeutsche Zeitung (SZ) herausgibt – und jetzt auch PRIMETIME.
Bis 2006 hatten deren sechs Redakteure beim Mutterblatt gearbeitet. Noch immer nehmen sie dort an den Ressortkonferenzen teil, die morgens ab 9 Uhr beginnen. „Dabei erfahren wir, welche Stücke die Süddeutsche plant“, sagt PRIMETIME-Redakteurin Nina von Hardenberg, „und entscheiden dann, was wir selbst verwenden möchten.“ So lässt sich auf ein weltumspannendes Netz von Korrespondenten zugreifen. Allerdings wird nicht einfach von der großen SZ abgekupfert: In der Regel entsteht zunächst die Geschichte für PRIMETIME – und erst später eine längere Fassung für das Mutterblatt.
Viele Texte schreiben die Redakteure auch selbst. Nach dem Ende der Ressortkonferenzen bleiben ihnen dafür keine vier Stunden mehr, jetzt herrscht konzentrierte Stille im Großraumbüro. Auf ihren Bildschirmen schreiben die Redakteure direkt in die einzelnen Seiten der Zeitung hinein, hier lassen sich auch die Texte der Nachrichtenagenturen einkürzen. Kurz vor Schluss macht Heims Druck: „Es ist halb zwei, wir sind in den letzten Zügen.“ Noch immer wird am wichtigsten Teil der Zeitung gearbeitet: „Die erste Seite ist immer die letzte“, sagt der verantwortliche Redakteur, „da wollen wir so aktuell wie möglich sein.“ Um 13.38 Uhr kommt eine neue Wirtschaftsmeldung, kurzentschlossen bringen die Redakteure sie auf dem Titel unter.
Zehn Minuten später ist die redaktionelle Arbeit abgeschlossen. Aber für
PRIME TIME geht der alltägliche Wettlauf gegen die Zeit nur in die nächste Runde. „Der Plan wurde auf Kante gestrickt“, sagt Heims. Natürlich weiß er, dass auch ein Puffer einkalkuliert ist. Doch obwohl sie folgenlos bleibt – die dreiminütige Verspätung ärgert ihn: „Unterwegs muss das jetzt wieder reingeholt werden.“
Zunächst gilt es, die digitalen Daten des Blatts bis 14.05 Uhr an sechs flughafennahe Druckereien in ganz Deutschland zu übertragen. Den größten Anteil der Auflage (an allen Standorten insgesamt 65 000 pro Woche) liefert dann die Druckerei Diamond Systems in Trebur bei Frankfurt. Bis 15 Uhr wird hier mit den Xerox-Digitalfarbdruckern die erste von zwei täglichen Auflagen hergestellt. Anschließend bringt ein Kurier die Zeitungen zum etwa 35 Kilometer entfernten Flughafen. Dort, am Tor 21, übernimmt um 15.30 Uhr ein Fahrer der Lufthansa Service Gesellschaft (LSG). Seine Aufgabe ist es, PRIMETIME an die verschiedenen Flugzeuge auszuliefern.
Während ab 16 Uhr die Fluggäste von Lufthansa ihre PRIMETIME in den Händen halten, trifft sich die Redaktion im Süddeutschen Verlag noch einmal zur Konferenz. Kurz spricht man über die abgeschlossene Produktion, dann geht es um das Blatt des nächsten Tages, manche Stücke lassen sich bereits am Vortag schreiben. Hans-Jörg Heims wird seinen Schreibtisch heute nicht vor 18 Uhr verlassen: Der Wettlauf gegen die Zeit hat schon wieder begonnen.
Text: Sascha Borrée
Bei PRIMETIME kommt es schließlich auf jede Minute an. Seit Jahresbeginn wird die Zeitung exklusiv an Bord von Lufthansa verteilt – ab 16 Uhr an viele
Business Class Reisende auf Verbindungen innerhalb Deutschlands. „So bieten wir unseren Fluggästen ein aktuelles News-Update“, sagt Uwe Hauke, Leiter Bordservice bei Lufthansa, „sie lesen schon am Nachmittag, was sonst erst am nächsten Morgen in der Zeitung steht.“ Auf den zwölf bis 16 Seiten wird über Politik und Wirtschaft berichtet, daneben ist auch Platz für Themen aus Sport und Kultur, Klatsch und Lifestyle. Journalistische Qualität garantiert der Süddeutsche Verlag, der unter anderem die renommierte Süddeutsche Zeitung (SZ) herausgibt – und jetzt auch PRIMETIME.
Bis 2006 hatten deren sechs Redakteure beim Mutterblatt gearbeitet. Noch immer nehmen sie dort an den Ressortkonferenzen teil, die morgens ab 9 Uhr beginnen. „Dabei erfahren wir, welche Stücke die Süddeutsche plant“, sagt PRIMETIME-Redakteurin Nina von Hardenberg, „und entscheiden dann, was wir selbst verwenden möchten.“ So lässt sich auf ein weltumspannendes Netz von Korrespondenten zugreifen. Allerdings wird nicht einfach von der großen SZ abgekupfert: In der Regel entsteht zunächst die Geschichte für PRIMETIME – und erst später eine längere Fassung für das Mutterblatt.
Viele Texte schreiben die Redakteure auch selbst. Nach dem Ende der Ressortkonferenzen bleiben ihnen dafür keine vier Stunden mehr, jetzt herrscht konzentrierte Stille im Großraumbüro. Auf ihren Bildschirmen schreiben die Redakteure direkt in die einzelnen Seiten der Zeitung hinein, hier lassen sich auch die Texte der Nachrichtenagenturen einkürzen. Kurz vor Schluss macht Heims Druck: „Es ist halb zwei, wir sind in den letzten Zügen.“ Noch immer wird am wichtigsten Teil der Zeitung gearbeitet: „Die erste Seite ist immer die letzte“, sagt der verantwortliche Redakteur, „da wollen wir so aktuell wie möglich sein.“ Um 13.38 Uhr kommt eine neue Wirtschaftsmeldung, kurzentschlossen bringen die Redakteure sie auf dem Titel unter.
Zehn Minuten später ist die redaktionelle Arbeit abgeschlossen. Aber für
PRIME TIME geht der alltägliche Wettlauf gegen die Zeit nur in die nächste Runde. „Der Plan wurde auf Kante gestrickt“, sagt Heims. Natürlich weiß er, dass auch ein Puffer einkalkuliert ist. Doch obwohl sie folgenlos bleibt – die dreiminütige Verspätung ärgert ihn: „Unterwegs muss das jetzt wieder reingeholt werden.“
Zunächst gilt es, die digitalen Daten des Blatts bis 14.05 Uhr an sechs flughafennahe Druckereien in ganz Deutschland zu übertragen. Den größten Anteil der Auflage (an allen Standorten insgesamt 65 000 pro Woche) liefert dann die Druckerei Diamond Systems in Trebur bei Frankfurt. Bis 15 Uhr wird hier mit den Xerox-Digitalfarbdruckern die erste von zwei täglichen Auflagen hergestellt. Anschließend bringt ein Kurier die Zeitungen zum etwa 35 Kilometer entfernten Flughafen. Dort, am Tor 21, übernimmt um 15.30 Uhr ein Fahrer der Lufthansa Service Gesellschaft (LSG). Seine Aufgabe ist es, PRIMETIME an die verschiedenen Flugzeuge auszuliefern.
Während ab 16 Uhr die Fluggäste von Lufthansa ihre PRIMETIME in den Händen halten, trifft sich die Redaktion im Süddeutschen Verlag noch einmal zur Konferenz. Kurz spricht man über die abgeschlossene Produktion, dann geht es um das Blatt des nächsten Tages, manche Stücke lassen sich bereits am Vortag schreiben. Hans-Jörg Heims wird seinen Schreibtisch heute nicht vor 18 Uhr verlassen: Der Wettlauf gegen die Zeit hat schon wieder begonnen.
Text: Sascha Borrée
Quelle: Lufthansa Magazin 04/07, Aviation & Technology PRIMETIME, S. 34 - 39